Ethos

Der Begriff Ethos stammt aus dem Altgrie­chi­schen und bedeutet “Brauch”, “Sitte” oder “Gewohn­heit”. Im Grie­chi­schen wurde er verwendet, um das Verhalten von Menschen oder Gruppen zu beschreiben, basie­rend auf ihren grund­le­genden Werten, Über­zeu­gungen und Normen. “Ethos” wurde eng mit dem Konzept der Tugend verknüpft, das als Grund­lage für ein gutes Leben ange­sehen wurde. Die antiken Philo­so­phen betonten die Bedeu­tung der Tugend­bil­dung und eines tugend­haften Charak­ters, der durch ethi­sches Bewusst­sein und mora­li­sches Handeln geprägt ist. Von diesem Ursprung aus wurde der Begriff “Ethos” weiter­ent­wickelt. In den wissen­schaft­li­chen Diszi­plinen “Ethik” und “Pädagogik”, bezieht sich Ethos auf die indi­vi­du­elle Charak­ter­bil­dung und mora­li­sche Verant­wor­tung einer Person. Es betrifft die Art und Weise, wie jemand sein Leben führt und mit anderen inter­agiert. In den Sozi­al­wis­sen­schaften, insbesondere in der Sozio­logie und Anthro­po­logie, beschreibt “Ethos” die Verhal­tens­normen und Werte­sy­steme inner­halb einer spezi­fi­schen Gruppe oder Gesell­schaft. Es bezieht sich auf die kultu­rellen und sozialen Normen, die das Verhalten der Menschen in bestimmten Kontexten prägen.

Wort­her­kunft: grie­chisch ẽthos „Gewohn­heit, sitt­liche Gesin­nung, Charakter
Synonym: Ethische Grund­hal­tung, ethi­sches Bewusst­sein, Gesamt­hal­tung

Siehe auch: Tugend, Charakter, Moral, Werte

Weiter­füh­rende Infor­ma­tionen finden Sie in der Publi­ka­tion